Auch bekannt als: Rankmio Sichtbarkeits-Score, Sichtbarkeits-Score V2, Rankmio Visibility Index, V2-Score
Der Rankmio Sichtbarkeitsindex ist die zentrale Kennzahl im Dashboard. Er fasst vier Quellen zu einem Wert zwischen 0 und 100 zusammen: die SERP-Sichtbarkeit mit 40 Prozent, die KI-Zitierungen mit 25, den Traffic mit 20 und das Backlink-Profil mit 15. Klassische Sichtbarkeitsindizes messen nur den ersten dieser vier Punkte. Wer heute wissen will, wie sichtbar eine Domain ist, muss aber auch beantworten, ob sie in KI-Antworten vorkommt — und genau das leistet eine reine SERP-Kennzahl nicht.
Der zweite Unterschied ist die Behandlung fehlender Daten. Wer keine Backlink-Analyse laufen hat, erreicht höchstens 85 Punkte statt 100, und die Oberfläche schreibt diese Obergrenze hin. Ein gedeckelter Wert bleibt damit von einem schlechten unterscheidbar.
Der Gesamtwert ist die Summe der vier Beiträge, nicht ihr Mittelwert. Fehlt eine Quelle, bleibt ihr Anteil unbesetzt und wird nicht auf die übrigen verteilt. Die Gewichte sind fest und projektübergreifend gleich.
Grundlage ist eine einzige Größe, die Sichtbarkeit: die Summe über alle Suchbegriffe aus Nachfrage mal Klickwahrscheinlichkeit der Position. Ein Begriff auf Platz 1 mit 1.000 Suchen trägt 280 bei, derselbe Begriff auf Platz 40 nur 4.
Daraus entstehen zwei Teile. Das Niveau (60 Punkte) misst die Größe, logarithmisch skaliert bis zu einem Ankerwert von 3.000 erwarteten Klicks. Die Ausschöpfung (40 Punkte) misst die Güte: Wie viel holt die Domain aus ihrer eigenen Nachfrage heraus, verglichen damit, alles auf Platz 1 zu haben. Die Ausschöpfung ist von der Größe unabhängig, ein kleiner Anbieter mit guten Plätzen steht dort so gut da wie ein großer.
Unterhalb von 300 Impressionen im Monat wird die Ausschöpfung nicht gerechnet, weil sie bei vier Impressionen zwangsläufig hundert Prozent ergäbe. Diese Projekte erreichen im SERP-Teil höchstens 60 von 100 Punkten, und auch diese Deckelung wird ausgewiesen.
Drei Quellen, in dieser Reihenfolge zusammengesetzt.
Der Unterschied zwischen Ergänzen und Addieren ist wichtig. Search Console und Position-Tracker beschreiben dieselbe Suchmaschine: Melden beide denselben Begriff, ist das ein Ranking und nicht zwei. Bing ist eine andere Suchmaschine, und wer dort sucht, ist nicht derselbe Mensch, der bei Google sucht. Diese Klicks gegeneinander zu verrechnen würde echte Sichtbarkeit wegkürzen.
Bei der Ausschöpfung bleibt Bing außen vor. Sie setzt das Erreichte ins Verhältnis zum Erreichbaren und braucht dafür eine vollständige Grundgesamtheit — der Bing-Export liefert aber nur die stärksten Anfragen.
Der Sistrix Sichtbarkeitsindex rechnet bei der Suchsichtbarkeit nach demselben Prinzip: Position mal Suchvolumen mal erwartete Klickrate, aufsummiert. Der Unterschied liegt in der Grundgesamtheit. Sistrix misst wöchentlich gegen ein festes Keyword-Set von rund einer Million Begriffen je Land, seit 2008 und weitgehend unverändert.
Genau diese Festlegung hat den Wert zum Standard gemacht. Wenn alle Domains gegen dieselbe Liste gemessen werden, sind ihre Werte untereinander vergleichbar, und weil sich die Liste kaum ändert, ist auch der Verlauf über Jahre lesbar. Ein Knick in der Kurve am selben Tag bei vielen Domains ist ein Google-Update und kein Messfehler. Das kann nur ein externer Beobachter mit fester Liste leisten.
Der Preis dafür ist die Abdeckung. Eine feste Liste ist zwangsläufig kopflastig und kennt den Long Tail einer einzelnen Seite nicht. Für eine kleine oder sehr spezielle Domain zeigt Sistrix deshalb oft fast nichts, obwohl die Seite funktioniert.
Die beiden beantworten verschiedene Fragen, und keiner ersetzt den anderen.
Für den Vergleich zwischen Domains und für das Erkennen von Google-Updates ist Sistrix besser, und zwar deutlich. Rankmio kann das strukturell nicht: Der Index stützt sich auf die Search-Console-Daten des jeweiligen Projekts, also auf eine Keyword-Menge, die bei jeder Domain anders aussieht. Zwei Rankmio-Werte gegeneinander zu halten ergibt keinen Sinn.
Für die Lage der eigenen Seite ist Rankmio genauer. Er rechnet mit den Impressionen, die diese Domain tatsächlich bekommen hat, statt mit dem geschätzten Volumen einer fremden Liste — und er sieht den Long Tail, den kein externes Keyword-Set kennt. Dazu kommt die KI-Sichtbarkeit, die in einer reinen SERP-Kennzahl gar nicht vorkommen kann.
Der praktische Rat lautet deshalb: Sistrix lesen, um die eigene Bewegung gegen den Markt einzuordnen. Den Rankmio-Wert lesen, um zu entscheiden, woran als Nächstes gearbeitet wird — dafür sind die vier Säulen gebaut. Fällt der Gesamtwert, zeigen sie sofort, welche Quelle nachgibt.
Beispiel: example.com steht am 4. September 2026 bei 46 Punkten. Die Säulen: SERP 41, Zitierungen 40, Traffic 42, Backlinks 76. Gerechnet ergibt das 41 mal 0,40 plus 40 mal 0,25 plus 42 mal 0,20 plus 76 mal 0,15, also 46. Die SERP-Säule steht auf 1.623 Suchbegriffen, davon 1.596 aus der Search Console und 27 aus dem Position-Tracker; der Bing-Anteil an der Sichtbarkeit beträgt 2 Prozent. Die Diagnose liegt offen: Das Linkprofil trägt, die drei anderen Säulen liegen im Mittelfeld, und die nächste Arbeit gehört dorthin, wo der Anteil am größten ist — in die SERP-Sichtbarkeit.
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