Was eine Disavow-Datei ist und was sie bewirkt
Eine Disavow-Datei ist eine einfache Textdatei, die Betreiber einer Website in der Google Search Console hochladen können. Sie enthält Adressen oder ganze Domains, deren eingehende Links Google bei der Bewertung dieser Website unberücksichtigt lassen soll.
Ebenso wichtig ist, was die Datei nicht tut. Sie entfernt keinen Link von der verlinkenden Website. Der Link bleibt dort stehen, bleibt klickbar und bringt weiterhin Besucher. Die Datei teilt Google lediglich mit, dass bestimmte Links bei der Bewertung der eigenen Website nicht berücksichtigt werden sollen.
Der englische Begriff „to disavow“ bedeutet, etwas nicht als das eigene anzuerkennen; in der deutschen Fachsprache hat sich dafür das Wort „entwerten“ eingebürgert. Dieses Wort führt leicht in die Irre, weil es klingt, als würde Google ein negatives Signal entfernen. Tatsächlich geschieht etwas anderes: Der Link wird bei der Bewertung übergangen. Wir schreiben deshalb im Folgenden überwiegend „für ungültig erklären“ oder „nicht berücksichtigen lassen“.
Das Werkzeug entstand 2012 in einer Zeit, in der Google gegen unnatürliche und manipulative Links noch wesentlich stärker mit algorithmischen und manuellen Maßnahmen vorging. Für Webmaster wurde damit erstmals eine Möglichkeit geschaffen, Google ausdrücklich mitzuteilen, welche Links nicht berücksichtigt werden sollen.
Mit Penguin 4.0 vom September 2016 wurde die Bewertung manipulativer Links Bestandteil des Kernalgorithmus. Google erklärte, dass viele Spam-Links heute automatisch erkannt und neutralisiert werden können. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Disavow-Werkzeug überflüssig geworden wäre: Google empfiehlt es weiterhin bei erheblichen Mengen problematischer Links und bei bestehenden oder wahrscheinlichen manuellen Maßnahmen.
Wann Google eine Disavow-Datei empfiehlt
Die Hilfeseite zum Werkzeug formuliert ungewöhnlich eindeutig. Google nennt zwei Bedingungen, die beide zugleich erfüllt sein müssen: Erstens zeigt eine erhebliche Anzahl von Spam-Links, künstlich erzeugten oder minderwertigen Links auf die Website. Zweitens haben diese Links eine manuelle Maßnahme ausgelöst oder werden wahrscheinlich eine auslösen.
Unter einer manuellen Maßnahme versteht Google einen Eingriff durch einen Menschen: Ein Mitarbeiter des Spam-Teams hat die Website geprüft und eine Sanktion verhängt. Betroffene finden den Hinweis in der Search Console unter „Sicherheitsprobleme und manuelle Maßnahmen“. Ein fehlender Eintrag spricht gegen eine bereits verhängte manuelle Maßnahme. Google nennt jedoch ausdrücklich auch Fälle, in denen problematische Links wahrscheinlich zu einer manuellen Maßnahme führen können.
In den meisten Fällen kann Google ohne zusätzliche Hinweise einschätzen, welchen Links zu trauen ist. Die meisten Websites werden dieses Werkzeug deshalb nicht benötigen.
Google bezeichnet das Disavow-Werkzeug in derselben Hilfe als fortgeschrittene Funktion und weist darauf hin, dass eine falsche Anwendung die Leistung einer Website in der Suche beeinträchtigen kann. Ergänzend hat John Mueller, bei Google als Search Advocate für die Kommunikation mit Websitebetreibern zuständig, wiederholt erklärt, dass gegen Spam-Backlinks nichts unternommen werden müsse, weil Google sie ohnehin ignoriere; zu Kommentarspam stellte er ausdrücklich fest, dass er weder positiv noch negativ auf Rankings wirkt.
Was in den Spam-Richtlinien steht — und was nicht
Link-Spam wird dort ausführlich beschrieben: gekaufte und verkaufte Links, übermäßiger Linktausch, automatisiert erzeugte Links, bezahlte Gastbeiträge mit optimiertem Ankertext sowie breit gestreute Links in Fußzeilen und Seitenvorlagen. Sämtliche dieser Beschreibungen sind aus der Perspektive derjenigen formuliert, die solche Links setzen. Google formuliert keine allgemeine Regel, nach der beliebige minderwertige Links von Dritten automatisch zu einer Abstrafung der Zielwebsite führen. Unter bestimmten Umständen können eingehende Links die Bewertung einer Website jedoch beeinflussen, insbesondere wenn sie Teil künstlicher oder manipulativer Linkmuster sind.
Als Beispiele für solche Muster nennt Google bezahlte Links, Linktauschprogramme und künstlich aufgebaute Links; die Hilfeseite zum Disavow-Werkzeug setzt genau diesen Fall voraus. Der Unterschied liegt damit in der Größenordnung: Beschrieben sind Eingriffe bei erheblichen, erkennbar organisierten Linkmustern und nicht bei einzelnen minderwertigen Verweisen.
Was der Spam-Wert von Backlink-Werkzeugen wirklich misst
Nahezu jedes Backlink-Werkzeug zeigt zu jedem Link eine Zahl zwischen 0 und 100 an und bezeichnet sie als Spam-Wert oder Toxizität. Die Darstellung legt nahe, es handle sich um eine Einschätzung der Schädlichkeit. Tatsächlich ist es das Ergebnis einer Prüfliste, und bei mehreren Anbietern ist diese Prüfliste öffentlich einsehbar.
Für DataForSEO, den Datenlieferanten hinter zahlreichen Werkzeugen und auch hinter Rankmio, ist die Rechenvorschrift vollständig dokumentiert. Achtzehn Signale werden auf der verlinkenden Seite selbst geprüft; jedes addiert oder subtrahiert einen festen Prozentwert, und die Summe ergibt den ausgewiesenen Spam-Wert. Für eine ganze Domain wird der Durchschnitt über alle geprüften Seiten gebildet.
| Geprüftes Merkmal auf der verlinkenden Seite | Wirkung |
|---|---|
| Die Seite wird über HTTP statt über HTTPS ausgeliefert | +30 |
| Das Canonical-Tag verweist auf eine fremde Adresse | +20 |
| Die Domainendung gilt als verdächtig (etwa .top, .icu, .biz, .pw) | +20 |
| Es fehlen Verifizierungs-Tags von Google, Bing, Facebook oder Twitter | +20 |
| Die Seite enthält mehr als 100 ausgehende Links | +20 |
| Die Subdomain enthält zwei oder mehr Ziffern | +20 |
| Die Hauptdomain enthält zwei oder mehr Ziffern | +15 |
| Die Seite enthält mehr als 500 interne Links | +15 |
| Das Verhältnis externer zu internen Links liegt über 3 | +15 |
| Das Meta-Keywords-Tag enthält mehr als 10 Begriffe | +15 |
| Der Domainname ist kürzer als 3 oder länger als 20 Zeichen | +10 |
| Der Seitentitel fehlt oder ist kürzer als 30 bzw. länger als 65 Zeichen | +5 |
| Die Meta-Beschreibung fehlt oder ist kürzer als 40 bzw. länger als 200 Zeichen | +5 |
| Die Seite enthält Kontaktinformationen | −20 |
| Die Seite enthält Social-Media-Meta-Tags | −15 |
| Verifizierungs-Tags sind im Kopfbereich vorhanden | −5 je Tag |
| Der Seitentitel umfasst 30 bis 65 Zeichen | −5 |
| Die Meta-Beschreibung umfasst 40 bis 200 Zeichen | −5 |
Sämtliche Merkmale beschreiben den handwerklichen Zustand einer Webseite: ihre Verschlüsselung, ihre Auszeichnung, die Länge ihres Namens, die Zahl ihrer Verweise. Über die Absicht, mit der ein Link gesetzt wurde, und über Googles Bewertung dieses Links enthält die Liste keine Information.
Der Wert sagt nicht, ob Google den Link abwertet. Er sagt, ob die Seite ordentlich gebaut wurde.
Daraus ergeben sich zwei Fehlerarten. Zum einen erhalten veraltete, aber unbedenkliche Seiten hohe Werte: Eine seit Jahren gepflegte Vereinsseite ohne HTTPS, ohne Social-Media-Tags und ohne Kontaktseite erreicht rechnerisch siebzig Punkte, obwohl der Link von dort redaktionell gesetzt ist. Zum anderen erhalten professionell aufgesetzte Seiten aus Linkverkauf-Netzwerken niedrige Werte, sofern ihre Betreiber die handwerklichen Grundlagen beherrschen.
Andere Anbieter rechnen abweichend, folgen im Grundsatz aber demselben Ansatz. Moz wertet nach eigener Angabe siebenundzwanzig Signale aus, Semrush mehr als fünfzig; offengelegt ist beides nur zusammenfassend, während DataForSEO alle achtzehn Signale samt Punktwerten nennt.
Zwei Anbieter verfolgen einen methodisch anderen Ansatz, und beide erscheinen uns tragfähiger. Bei Majestic misst die Kennzahl Trust Flow, wie nah eine Domain im Netz der Verlinkungen an vertrauenswürdigen Ausgangsseiten liegt, während Citation Flow lediglich die Menge der eingehenden Links abbildet; das Verhältnis beider Werte gilt als brauchbarer Hinweis auf Linknetzwerke, weil diese viel Menge bei geringem Vertrauen erzeugen. Sistrix stützt die Beurteilung einer verlinkenden Domain unter anderem darauf, ob sie von einer algorithmischen Sanktion betroffen ist und wie gut sie gemessen am Sichtbarkeitsindex selbst verlinkt ist. Damit fließen Daten über die tatsächliche Leistung einer Domain ein und nicht allein Merkmale ihres Quelltextes. Einen veröffentlichten Rechenweg gibt es dort allerdings nicht, weshalb sich die Güte des Verfahrens von außen nicht überprüfen lässt.
Mustererkennung statt Einzelwert
Wenn eine einzelne Kennzahl die Entscheidung nicht tragen kann, liegt die Alternative in der Beobachtung zusammenfallender Merkmale. Ein einzelnes auffälliges Merkmal lässt sich mit Zufall erklären; treten mehrere auffällige Merkmale gleichzeitig auf, erhöht das die Wahrscheinlichkeit einer gemeinsamen Ursache.
- Spam-Werttechnischer Zustand der verlinkenden Seite
- Follow-StatusEigenschaft des Links
- Ankertext-MusterWiederholung über mehrere fremde Domains
- AdressmusterHinweis auf Erzeugung aus einer Vorlage
- Zeitliche HäufungHinweis auf eine Kampagne
- Besucherverkehrtatsächliche Nutzung des Links
- Manuelle Maßnahmeeinziges Signal, das von Google selbst stammt
Als Beispiel dient ein reales Linkprofil, das wir mit Einverständnis des Betreibers ausgewertet haben. Es gehört zu einem kleinen Blog über das Angeln. Neun verschiedene Domains verweisen auf diese Website. Alle neun verwenden denselben Ankertext — also denselben klickbaren Text, der den Link trägt — im Umfang von zweiundneunzig Zeichen, und dieser Text bewirbt offen den Verkauf von Backlinks. Alle neun Links liegen auf Seiten mit demselben Adressmuster /all/3320/32.html. Alle neun wurden zwischen dem 11. August und dem 1. September zum ersten Mal beobachtet. Und alle neun sind Follow-Links, geben also nach dem Standardverhalten Bewertungsgewicht weiter.
Das gleichzeitige Auftreten mehrerer auffälliger Merkmale spricht deutlich gegen eine zufällige Entstehung. Die Domain-Bewertungen dieser neun Seiten reichen dagegen von 1 bis 216: Wer nach dieser häufig genutzten Kennzahl gefiltert hätte, hätte etwa die Hälfte des Netzwerks nicht erfasst.
Belastbare Einzelsignale
Der Follow-Status. Ein Link mit dem Attribut nofollow gibt nach der üblichen Behandlung kein Bewertungsgewicht weiter; ihn für ungültig erklären zu lassen bleibt daher in der Regel folgenlos. Seit März 2020 behandelt Google nofollow, ugc und sponsored allerdings als Hinweise und nicht mehr als bindende Anweisungen, weshalb der Status keine Gewissheit liefert. Für unsere eigene Vorauswahl im Linkprofil kann der Follow-Status deshalb ein sinnvolles Ausschlusskriterium sein — das ist eine Methodik von Rankmio und keine Regel von Google.
Der Ankertext ist das aussagekräftigste Einzelsignal, allerdings nicht in der Form, in der er meist betrachtet wird. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit eines auf Umsatz zielenden Ankertextes, sondern dessen identische Wiederholung über mehrere fremde Domains hinweg. Ein einzelner optimierter Ankertext entsteht in jedem gewachsenen Profil. Das gleichzeitige Auftreten identischer Textbausteine auf mehreren fremden Domains ist ein starkes Indiz für eine koordinierte Entstehung der Links — ein Indiz und kein Beweis, denn auch Franchise-Systeme, Partnerprogramme und zentrale Textvorlagen erzeugen solche Wiederholungen.
Das Adressmuster der verlinkenden Seiten gibt Netzwerke preis, weil diese aus Vorlagen erzeugt werden. Wo sich dasselbe Pfadmuster über mehrere Domains hinweg wiederholt, spricht das für eine zusammengehörige Gruppe.
Der Zeitpunkt der Erstsichtung dient der Zuordnung, nicht der Bewertung. Eine Häufung neuer Links innerhalb weniger Tage deutet auf eine Kampagne hin. Ein hohes Alter eines Links ist jedoch kein Gütesiegel, ein junges Alter kein Mangel.
Auffällige, aber unbedenkliche Fälle
Im selben Beispielprofil fanden sich dreizehn Links mit einem Spam-Wert von fünfzig. Sie stammten von Kurzlinkdiensten und Analysewerkzeugen, die ihre Ergebnisseiten öffentlich zugänglich lassen, nachdem jemand die Domain einmal in ein Eingabefeld eingetragen hatte. Alle dreizehn trugen dieselbe Vorgangsnummer im Adresspfad und waren mit nofollow ausgezeichnet. Sie übertragen nach der üblichen Behandlung kein Gewicht, und ein Schaden lässt sich daraus nicht ableiten.
Vergleichbare Vorsicht ist bei Branchenverzeichnissen mit veraltetem Erscheinungsbild und echtem Besucheraufkommen geboten, bei Seiten, die Inhalte kopiert und den enthaltenen Link mit übernommen haben, sowie bei kompromittierten Websites, die vorübergehend Spam ausliefern und sich anschließend erholen.
Ein weiterer Fall wird selten berücksichtigt: Links von Domains desselben Betreibers. Im Beispielprofil entfielen zwölf von sechsunddreißig Links auf zwei weitere Websites derselben Person. Solche Verlinkungen verändern das Bild des eigenen Profils erheblich. Die gemeinsame Inhaberschaft einer Domain ist für sich genommen kein ausreichender Grund für eine Entwertung; Links sollten nicht allein aufgrund gemeinsamer Betreiberstrukturen für ungültig erklärt werden.
Disavow-Datei erstellen: Format, Beispiel und Upload
Sollte eine Datei tatsächlich erforderlich sein, sind die formalen Anforderungen eng gefasst. Google weist eine fehlerhafte Datei unmittelbar zurück und benennt dabei die gefundenen Fehler.
- Es muss sich um eine Textdatei mit der Endung
.txthandeln, kodiert in UTF-8 oder 7-Bit-ASCII. - Je Zeile steht entweder eine einzelne Adresse oder eine ganze Domain. Zwei Angaben in derselben Zeile sind unzulässig.
- Eine ganze Domain wird durch das Präfix
domain:gekennzeichnet, alsodomain:beispiel.de— ohne Protokollangabe und ohnewww. Mitdomain:beispiel.dewird die gesamte Domain einschließlich ihrer Subdomains erfasst, mitdomain:blog.beispiel.denur diese eine Subdomain. - Unterverzeichnisse wie
beispiel.de/blog/lassen sich nicht angeben; die Google-Hilfe weist darauf ausdrücklich hin. - Zeilen, die mit dem Rautezeichen
#beginnen, werden von Google ignoriert und eignen sich für Datum und Begründung. - Die Datei darf höchstens 100.000 Zeilen einschließlich Leer- und Kommentarzeilen sowie höchstens 2 MB umfassen; einzelne Adressen sind auf 2.048 Zeichen begrenzt.
Eine nachvollziehbar dokumentierte Datei kann demnach so aussehen:
# Linkverkauf-Netzwerk, identischer Ankertext, festgestellt am 22.09.2026
domain:fashionclothingnews.com
domain:uncledspizza.com
domain:plurio.shop
# Einzelne Unterseite statt der gesamten Domain,
# weil die übrige Website einen eigenständigen Betrieb darstellt
https://beispiel.de/kompromittierte-unterseite
Drei Eigenschaften des Verfahrens führen regelmäßig zu Missverständnissen. Erstens ersetzt jeder Upload die bisherige Liste für die betreffende Property vollständig; es handelt sich nicht um eine Ergänzung. Zweitens lässt sich die hinterlegte Liste nicht herunterladen — die Oberfläche zeigt nur, wie viele Seiten und Domains erfasst sind. Drittens tritt die Wirkung erst ein, wenn Google die betroffenen Seiten erneut abruft, was nach Angaben von Google einige Wochen dauert; eine Rücknahme benötigt denselben Zeitraum.
Wichtig ist außerdem die Art der Property. Das Disavow-Werkzeug unterstützt keine Domain-Properties. Die Datei muss für eine URL-Präfix-Property hochgeladen werden, also etwa für https://www.beispiel.de. Wer seine Website in der Search Console ausschließlich als Domain-Property angelegt hat, richtet für den Upload zusätzlich eine URL-Präfix-Property ein. Die Liste gilt dann für diese Property und die darunterliegenden Adressen.
Häufige Fehler in der Anwendung
Eine gesamte Domain für ungültig erklären, die einen eigenständigen Betrieb unterhält. Eine Zeile mit dem Präfix domain: erfasst sämtliche Links von dieser Domain, also auch redaktionell gesetzte. Bei Presseverteilern, Branchenverzeichnissen und Nachrichtenportalen ist die Angabe der einzelnen Adresse vorzuziehen.
Der Upload einer unvollständigen Liste. Da der Upload die vorherige Datei vollständig ersetzt, gelten alle Domains, die in der neuen Datei fehlen, wieder als anerkannt. Wer ergänzen möchte, muss die bisherigen Einträge gemeinsam mit den neuen hochladen.
Die pauschale Auswahl nach einer einzelnen Kennzahl. Wer sämtliche Links unterhalb eines bestimmten Domain-Rangs aussperrt, erfasst regelmäßig redaktionelle Erwähnungen und kleinere Fachblogs. Der Fehler wird typischerweise erst Wochen später anhand veränderter Rankings bemerkt.
Formfehler in der domain:-Zeile. Die Schreibweise domain:https://www.beispiel.de/ ist ungültig; korrekt ist domain:beispiel.de.
Plattformen mit vielen unabhängigen Nutzern aussperren. Eine Zeile wie domain:medium.com erfasst jeden Link von dieser Plattform, einschließlich eines redaktionellen Beitrags über das eigene Unternehmen.
Die Situation bei Bing
Microsoft hat die Disavow-Funktion im Oktober 2023 aus den Bing Webmaster Tools entfernt, gemeinsam mit der zugehörigen Programmierschnittstelle. Zur Begründung führte das Unternehmen an, die eigenen Systeme könnten inzwischen selbständig zwischen natürlichen und unnatürlichen Links unterscheiden. Eine für Google erstellte Disavow-Datei wirkt auf Bing ohnehin nicht.
Für die Sichtbarkeit in KI-gestützten Systemen ist das von Bedeutung, weil sowohl ChatGPT als auch Copilot auf den Index von Bing zugreifen. Wer sein Linkprofil mit Blick auf generative Suchsysteme betrachtet, verfügt dort über keinen entsprechenden Hebel — und benötigt ihn nach Darstellung von Microsoft auch nicht.
Verständnisfragen zum Thema
Ein Link stammt von einer Seite, die ohne HTTPS ausgeliefert wird und keine Social-Media-Tags enthält. Welche Aussage lässt sich daraus ableiten?
Die fehlende Verschlüsselung erhöht den Spam-Wert um dreißig Punkte, die fehlenden Verifizierungs-Tags um zwanzig. Beide Merkmale beschreiben ausschließlich den Zustand der Seite.
Neun verschiedene Domains verlinken auf dieselbe Website und verwenden dabei exakt denselben zweiundneunzig Zeichen langen Ankertext. Wie ist dieser Befund einzuordnen?
Die identische Wiederholung über mehrere fremde Domains hinweg ist das aussagekräftigste Einzelsignal und belastbarer als jeder Spam-Wert. Ein Beweis ist sie nicht, denn auch Partnernetzwerke und zentrale Textvorlagen erzeugen solche Wiederholungen.
Unter welchen Voraussetzungen empfiehlt Google den Einsatz einer Disavow-Datei?
Google nennt beide Bedingungen ausdrücklich und ergänzt, dass die meisten Websites das Werkzeug nicht benötigen werden.
Eine neue Datei mit zehn Domains wird hochgeladen. Die zuvor hinterlegte Datei enthielt vierzig Domains. Welchen Status haben die übrigen dreißig danach?
Der Upload ersetzt die vorherige Liste vollständig. Dieser Umstand zählt zu den häufigsten Fehlerquellen im Umgang mit dem Werkzeug.
Eine verlinkende Domain verursacht nachweislich Besucher auf der eigenen Website. Ist es vertretbar, sie für ungültig erklären zu lassen?
Nachweisbarer relevanter Besucherverkehr ist ein wichtiges Signal gegen eine pauschale Entwertung. Er allein beweist allerdings nicht, dass ein Link natürlich entstanden ist.
Ein methodisches Vorgehen
Am Anfang steht die Prüfung der Search Console auf eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher Links. Liegt keine vor, ist nach der dokumentierten Haltung von Google der wahrscheinlich richtige Schritt, nichts zu unternehmen.
Anschließend ist zu klären, ob für die Property bereits eine Disavow-Datei hinterlegt wurde. Bei übernommenen Projekten ist das der häufigste blinde Fleck, weil eine zuvor beauftragte Agentur Domains eingetragen haben kann, die der neue Betreuer erhalten möchte.
Die eigentliche Beurteilung sollte sich auf Gruppen statt auf einzelne Zeilen beziehen. Ein Netzwerk aus neun Domains bildet eine Entscheidung ab und nicht neun. Jede Gruppe sollte mit einer Kommentarzeile dokumentiert werden, damit auch nach längerer Zeit nachvollziehbar bleibt, warum sie aufgenommen wurde.
Vor der endgültigen Auswahl lohnt der Abgleich mit den eigenen Zugriffsdaten. Nachweisbarer Besucherverkehr spricht gegen eine vorschnelle Entwertung und sollte bei der Bewertung berücksichtigt werden. Er allein beweist jedoch nicht, dass ein Link natürlich entstanden ist — auch gekaufte Advertorials, Affiliate-Seiten und Partnernetzwerke bringen Besucher.
Abschließend empfiehlt sich eine Einordnung der zu erwartenden Wirkung. Im angeführten Beispielprofil hätte selbst eine vollständig wirksame Aussperrung nur wenige Klicks im Monat verändert, weil die Website insgesamt elf Klicks in vier Wochen verzeichnete. Eine solche Größenordnung gehört zu einer belastbaren Beratung dazu.
Was bedeutet das für Rankmio?
Rankmio verwendet den Spam-Wert weiterhin als ein Signal und nicht als automatisches Urteil. Daneben steht künftig der Hinweis, dass er die technische Beschaffenheit der verlinkenden Seite beschreibt und keine Einschätzung von Google ist.
Zusätzlich werden auffällige Muster sichtbar gemacht: identische Ankertexte, wiederkehrende Adressmuster und zeitliche Häufungen. Rankmio sagt dir nicht, dass ein Link toxisch ist; Rankmio zeigt dir, warum ein Link auffällt und welches Muster dahintersteht. Das Ziel ist keine automatische Liste toxischer Links, sondern eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für den Betreiber.
Das geplante Werkzeug erstellt die Datei auf Wunsch und weist zuvor auf die möglichen Folgen hin. Seine Anwendung folgt keinen von Google veröffentlichten Regeln und erfolgt auf eigene Verantwortung.
Häufige Fragen zur Disavow-Datei
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Was ist eine Disavow-Datei und was bewirkt sie?
Eine Disavow-Datei ist eine Textdatei, die du in der Google Search Console hochlädst, um Google mitzuteilen, dass bestimmte eingehende Links bei der Bewertung deiner Website nicht berücksichtigt werden sollen. Sie enthält je Zeile eine Adresse oder eine ganze Domain, letztere mit dem Präfix „domain:“. Sie entfernt keinen Link von der verlinkenden Website; der Link bleibt bestehen und bringt weiterhin Besucher.
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Wann empfiehlt Google das Disavow-Tool?
Google nennt zwei Bedingungen, die beide erfüllt sein müssen: Es liegt eine erhebliche Zahl von Spam-Links, künstlichen oder minderwertigen Links vor, und diese haben eine manuelle Maßnahme ausgelöst oder werden wahrscheinlich eine auslösen. Google schreibt ausdrücklich, dass es in den meisten Fällen ohne zusätzliche Hinweise einschätzen kann, welchen Links zu trauen ist, und die meisten Websites das Werkzeug deshalb nie brauchen.
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Soll ich jeden toxischen Backlink für ungültig erklären lassen?
Nein. Ein hoher Spam- oder Toxizitätswert eines SEO-Werkzeugs ist allein kein ausreichender Grund für eine Disavow-Datei. Google empfiehlt das Werkzeug nur unter deutlich engeren Voraussetzungen, und der Wert beschreibt den technischen Zustand der verlinkenden Seite, nicht Googles Bewertung des Links.
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Kann eine Disavow-Datei meinem Ranking schaden?
Ja, eine falsch zusammengestellte Datei kann schaden. Google bezeichnet das Werkzeug als fortgeschrittene Funktion und warnt ausdrücklich davor, dass eine falsche Anwendung die Leistung einer Website in der Google-Suche beeinträchtigen kann. Wer redaktionelle Links mit aussperrt, verliert deren Wirkung, und die Rücknahme dauert erneut mehrere Wochen.
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Muss ich schlechte Backlinks entfernen lassen?
Nicht automatisch. Google empfiehlt, problematische Links nach Möglichkeit von den verlinkenden Websites entfernen zu lassen. Die Disavow-Funktion ist für Fälle gedacht, in denen das nicht möglich ist und die genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
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Wie erstelle ich eine Disavow-Datei?
Du legst eine Textdatei mit der Endung .txt in UTF-8 oder 7-Bit-ASCII an und schreibst je Zeile eine Adresse oder eine Domain. Eine ganze Domain wird als domain:beispiel.de geschrieben, ohne Protokoll und ohne www; damit sind auch alle Subdomains erfasst. Unterverzeichnisse lassen sich nicht angeben. Zeilen mit einer führenden Raute sind Kommentare und eignen sich für Datum und Begründung. Die Datei wird anschließend im Disavow-Tool der Search Console hochgeladen. Wichtig: Das Werkzeug unterstützt keine Domain-Properties; die Datei muss für eine URL-Präfix-Property wie https://www.beispiel.de hochgeladen werden.
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Wie aktualisiere ich eine bestehende Disavow-Datei, und wann wirkt sie?
Jeder Upload ersetzt die bisherige Datei vollständig. Wer ergänzen möchte, muss die alten Einträge gemeinsam mit den neuen hochladen, sonst sind die fehlenden Domains stillschweigend wieder anerkannt. Die Liste gilt jeweils für die Property, für die sie hochgeladen wurde, und für die darunterliegenden Adressen. Die Wirkung tritt erst ein, wenn Google die betroffenen Seiten erneut abruft; das dauert nach Angaben von Google einige Wochen, und eine Rücknahme benötigt denselben Zeitraum.
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Was misst der Spam-Wert eines Backlink-Werkzeugs?
Bei DataForSEO misst er achtzehn technische Signale auf der verlinkenden Seite selbst. HTTP statt HTTPS schlägt mit dreißig Punkten zu Buche, fehlende Verifizierungs-Tags mit zwanzig, eine verdächtige Domainendung mit zwanzig, ein Domainname unter drei oder über zwanzig Zeichen mit zehn. Kontaktangaben und Social-Media-Meta-Tags ziehen Punkte ab. Der Wert beschreibt die handwerkliche Qualität einer Seite, nicht Googles Urteil über den Link.
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Woran erkennt man ein Linknetzwerk?
Nicht an einer einzelnen Zahl, sondern an zusammenfallenden Mustern. Belastbar sind ein identischer Ankertext über mehrere fremde Domains, ein identisches Adressmuster auf den verlinkenden Seiten, eine Erstsichtung innerhalb weniger Tage und das Follow-Attribut bei allen. Das gleichzeitige Auftreten mehrerer solcher Merkmale ist ein starkes Indiz für eine koordinierte Entstehung, aber kein Beweis.
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Können eingehende Links von Dritten meiner Website schaden?
Google formuliert keine allgemeine Regel, nach der beliebige minderwertige Links von Dritten automatisch zu einer Abstrafung der Zielwebsite führen. Unter bestimmten Umständen können eingehende Links die Bewertung einer Website jedoch beeinflussen, insbesondere wenn sie Teil künstlicher oder manipulativer Linkmuster sind; als Beispiele nennt Google bezahlte Links, Linktauschprogramme und künstlich aufgebaute Links. John Mueller hat mehrfach erklärt, dass Google Spam-Backlinks in vielen Fällen ignoriert und Kommentarspam weder positiv noch negativ auf Rankings wirkt.
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Gibt es bei Bing ein Disavow-Werkzeug?
Nicht mehr. Microsoft hat die Funktion im Oktober 2023 aus den Bing Webmaster Tools entfernt, mit der Begründung, man könne inzwischen selbst zwischen natürlichen und unnatürlichen Links unterscheiden. Eine Google-Disavow-Datei wirkt auf Bing ohnehin nicht.
Quellen
- Google Search Console-Hilfe: Links zu deiner Website für ungültig erklären
- Google: Spam-Richtlinien für die Google Websuche
- Google Search Central: Evolving „nofollow“ — new ways to identify the nature of links
- DataForSEO: What is Spam Score and how is it calculated
- Bing Webmaster Blog: Entfernung der Disavow-Funktion im Oktober 2023
- Sistrix: Wie kann ich die Qualität einer potentiellen Backlinkseite bestimmen?