Insights · Grundlagen

(not provided): Der Tag, an dem die Keywords verschwanden

Google verschlüsselte 2011 die Suche. Über Nacht standen keine Suchbegriffe mehr in den Berichten. Weg sind sie nicht. Sie liegen nur woanders.

Transparenz — und ein kleines Stil-Experiment
Vollständig vom Rankmio Content Studio erzeugt, ohne menschliche Überarbeitung, absichtlich im Duktus von Ernest Hemingway. Kurze Sätze. Wenig Adjektive. Nebensätze fast keine. Ein Fachthema überlebt diese Behandlung erstaunlich gut — man merkt nur früher, wenn ein Satz nichts zu sagen hat. Hemingway soll im Stehen geschrieben haben. Die Maschine hat gesessen.

Im Oktober 2011 schaltete Google die Verschlüsselung ein.

Am nächsten Morgen standen in den Berichten keine Suchbegriffe mehr.

Da stand: (not provided).

Kurz: „(not provided)“ heißt, dass Google dir den Suchbegriff nicht verrät. Das ist seit 2011 so. Deine Analytics bekommt ihn nicht zurück. Die Google Search Console hat ihn. Nicht alles davon, aber genug.

Es war ein Dienstag. Die Zahlen stimmten. Die Besucher kamen. Nur wusste niemand mehr, wonach sie gesucht hatten.

Vorher war es einfach. Ein Besucher kam von Google. Im Referrer stand der Suchbegriff. Analytics las ihn aus und schrieb ihn in den Bericht. Man sah, was die Leute wollten. Man schrieb dazu einen Text. Der Text rankte. So ging das.

Dann kam SSL.

Was passiert ist

Google verschlüsselte die Suche. Erst für angemeldete Nutzer. Später für alle. Bis 2013 war es fast vollständig.

Bei einer verschlüsselten Verbindung gibt der Browser den Suchbegriff nicht weiter. Die Website sieht: Der Besucher kam von Google. Mehr nicht. Analytics hat nichts zu lesen. Also schreibt es (not provided).

Das ist keine Störung. Es ist Absicht. Google nannte den Grund Datenschutz. Viele nannten ihn anders. Beides kann stimmen.

Warum das wehtat

Die Suchbegriffe waren die ehrlichste Rückmeldung, die es gab. Kein Fragebogen. Keine Vermutung. Die Leute tippten, was sie brauchten.

Dann war es weg. Über Nacht.

Manche Berichte zeigten 90 Prozent (not provided). Manche mehr. Man sah den Verkehr. Man sah den Grund nicht.

Was du zurückbekommst

Die Google Search Console ist nicht Analytics. Sie zieht ihre Daten nicht aus dem Referrer. Sie bekommt sie direkt von Google.

Deshalb hat sie die Suchbegriffe.

Du siehst dort für jede Suchanfrage vier Dinge:

  • Impressionen — wie oft deine Seite in den Ergebnissen stand.
  • Klicks — wie oft jemand darauf ging.
  • Position — wo du im Schnitt standest.
  • CTR — wie viele der Sehenden geklickt haben.

Das ist mehr, als Analytics je hatte. Analytics zeigte nur die Klicks. Die Search Console zeigt auch die Suchen, bei denen niemand geklickt hat. Das ist oft die interessantere Zahl.

Ein Beispiel

Eine Seite steht bei einem Begriff auf Position 8. Tausend Impressionen. Vier Klicks.

Analytics zeigt dir vier Besucher. Sonst nichts.

Die Search Console zeigt dir tausend Menschen, die deine Überschrift gesehen und weitergescrollt haben. Das ist keine gute Nachricht. Aber es ist eine, mit der man arbeiten kann.

Wo die Grenzen liegen

Die Search Console gibt dir nicht alles zurück. Das muss man wissen.

Seltene Suchanfragen fehlen. Google filtert Begriffe heraus, die zu selten vorkommen. Sonst ließen sich einzelne Personen erkennen. Deshalb ist die Summe der Suchanfragen kleiner als die Gesamtzahl der Impressionen. Das ist kein Fehler in der Anzeige.

Sechzehn Monate. Weiter zurück geht es nicht. Wer den Verlauf will, muss ihn selbst wegschreiben.

Tausend Zeilen in der Oberfläche. Der Export im Browser bricht dort ab. Über die Schnittstelle bekommt man mehr — dann aber pro Abfrage begrenzt, und Google schneidet still ab, wenn man das Limit reißt. Wer bei fünfstelligen Keyword-Zahlen liegt, sollte in Blöcken abholen.

Keine Zuordnung zum Verkauf. Die Search Console kennt keine Bestellung. Sie endet beim Klick.

Was man damit macht

Drei Dinge. Mehr braucht es am Anfang nicht.

Erstens: Die Fast-Treffer suchen

Filtere auf Position 8 bis 20. Nimm die Zeilen mit vielen Impressionen und wenigen Klicks.

Das sind Begriffe, bei denen Google dich schon für passend hält. Nur nicht für den Besten. Der Weg von Platz 12 auf Platz 6 ist kurz. Der Weg von Platz 60 auf Platz 6 ist keine Aufgabe für einen Nachmittag.

Zweitens: Die Titel prüfen

Viele Impressionen, kaum Klicks, gute Position — dann liegt es selten am Ranking. Dann liegt es an dem, was in den Suchergebnissen steht.

Lies deinen eigenen Titel so, wie ein Fremder ihn liest. In zwei Sekunden. Zwischen neun anderen.

Drittens: Die Seiten zählen

Filtere auf eine Suchanfrage und schau, wie viele deiner URLs dafür Impressionen bekommen.

Eine ist richtig. Zwei sind normal. Sechs bedeutet, dass deine Seiten sich gegenseitig im Weg stehen. Google muss dann wählen. Es wählt nicht immer gut.

Der Rest

„(not provided)“ verschwindet nicht mehr. Die Verschlüsselung bleibt. Wer in Analytics nach Suchbegriffen sucht, sucht an der falschen Stelle.

Die Daten sind nicht weg. Sie liegen woanders. Man muss nur hingehen.

Das ist die ganze Geschichte.

Häufige Fragen zu (not provided)

  1. Was bedeutet (not provided) in Google Analytics?

    Google hat den Suchbegriff nicht übermittelt. Die Suche läuft verschlüsselt, deshalb steht im Referrer kein Keyword. Analytics trägt an dieser Stelle „(not provided)“ ein.

  2. Seit wann gibt es (not provided)?

    Seit Oktober 2011. Zunächst nur für angemeldete Google-Nutzer, ab 2013 praktisch für alle Suchanfragen.

  3. Kann man (not provided) rückgängig machen?

    Nein. Es ist keine Einstellung, sondern eine Folge der verschlüsselten Übertragung. Kein Tool und kein Filter holt den Begriff aus dem Referrer zurück.

  4. Wo sehe ich die Suchbegriffe stattdessen?

    In der Google Search Console unter „Leistung“. Dort stehen Suchanfragen mit Impressionen, Klicks, Position und CTR — Daten, die Google direkt liefert und nicht aus dem Referrer stammen.

  5. Warum passen die Zahlen aus der Search Console nicht zu Analytics?

    Beide messen Unterschiedliches. Die Search Console zählt Klicks aus der Suche, Analytics zählt Sitzungen auf der Seite. Dazu filtert Google seltene Suchanfragen aus Datenschutzgründen heraus. Abweichungen sind normal.

  6. Wie lange speichert die Search Console die Daten?

    Sechzehn Monate. Wer längere Zeitreihen braucht, muss die Daten regelmäßig exportieren oder über die Schnittstelle in eine eigene Datenbank schreiben.

Deine Suchbegriffe, ohne die Handarbeit

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